transparadiso (Barbara Holub und Paul Rajakovics)

NORMAL_DIREKTER URBANISMUS X VIER

Website
#Urbanismus    Bildende Kunst

Was ist normal in Graz?

Um aktuelle Herausforderungen der Stadtplanung zu thematisieren, entwickelten Barbara Holub und Paul Rajakovics unter dem Label transparadiso die Methode des direkten Urbanismus, in der Aktion und Konzept ineinandergreifen. Gemeinsam mit orizzontale aus Italien, public works aus England und Georg Winter aus Deutschland arbeitet transparadiso im Kulturjahr in vier Grazer Bezirken in Nord, Süd, Ost und West. Projektpartner ist Michael Petrowitsch.

Am Hauptplatz von Andritz führt public works mit Studio Magic im Juli 2021 „PLATZEN – School for Civic Action“ durch. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle ein Hauptplatz eines Bezirks im Verhältnis zum Hauptplatz der Stadt spielen kann. So transportiert public works einen „wandernden Turm“, der mit Wünschen der Bevölkerung befüllt wird, von Andritz ins Zentrum. „Aneignungsmöbel“ schaffen neue Aufenthaltsqualitäten. Erfreuliche Nachwirkung: Der Wunsch nach einer „Begegnungszone“ wird in Andritz weiterverfolgt.

Für ihren non-hierarchischen „Third World Congress of the Missing Things“ verwandeln Holub und Rajakovics mit dem Einsatzfahrzeug „Indikatormobil“ den Parkplatz der Pfarre St. Paul in Waltendorf im Sommer zwei Tage lang in ein informelles Kongresszentrum. transparadiso erforscht dabei verborgene poetische Momente in der Eisteichsiedlung, die die Qualität des Viertels prägen, zugleich aber ein „missing thing“ in der Stadtentwicklung darstellen. Die Möglichkeiten der Planung von Gebäuden und Grünraum vor 50 Jahren werden den aktuellen Unmöglichkeiten angesichts von Effizienz und Optimierung gegenübergestellt.

Am neuen Strand am Grünanger in Liebenau eröffnet orizzontale im Juni FLUSSFLUSS – Castaway on the Mur als permanente Installation. Der begehbare schwimmende Turm markiert als Wahrzeichen mit einem Baldachin und einer kleinen Insel den Strand als frei zugängliche Struktur, die vor allem von Jugendlichen aus der Gegend genutzt wird. Zusätzlich installiert orizzontale einen Tisch und Bänke, die als verbindendes Element auch nach Andritz und Waltendorf wandern.

In Wetzelsdorf arbeitet Georg Winter mit der TanzPflanzPlan AG ab dem Frühjahr 2020 am TanzPflanzPlan in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Grottenhof und installiert das TanzPflanzFeld. Thematisiert wird das Leben mit der Landschaft und der Umwidmungsprozess von peripheren Agrarflächen in Bauland ­– im Gegensatz zu „Urban Gardening“ im Zentrum. Über performative Interventionen wird dieses ungewöhnliche Feld mit Nachbar*innen aktiviert und gepflegt.

Geplant und umgeplant
Eine abschließende Ausstellung im Forum Stadtpark bietet im September 2021 Einblick in alle Projekte, präsentiert Tools, Methoden und Materialien. Dazu gibt es zwei Publikationen, in denen man mehr über den direkten Urbanismus und Recherchen zu den bespielten Orten und den realisierten Projekten findet. Holub und Rajakovics gelingt es mit „NORMAL“ die Gegebenheiten in den sehr verschiedenartigen Bezirken aufzuzeigen und zugleich infrage zu stellen. Warum ist es normal, dass Äcker Wohnbauten weichen müssen? Warum ist es andererseits so außergewöhnlich, dass eine Installation Menschen zugutekommt, die sonst wenig Kontakt mit Kunst haben? „Vom Ergebnis sind wir dort angelangt, wo wir hinwollten“, resümiert Paul Rajakovics, „aber es war mit den vielen Verschiebungen mühsamer als gedacht.“ Und Barbara Holub ergänzt: „Gerade durch die internationalen Teilnehmer*innen hatte das dramatische Auswirkungen für die Planung. Nur durch den Enthusiasmus aller Beteiligten war das Zustandekommen am Ende möglich.“

Für 2022 hat transparadiso weitere Pläne an den Rändern der Stadt: „Es wäre spannend, mit unseren Methoden auch andere Bezirke zu erforschen“, sagt Barbara Holub. „Uns interessieren Räume, die langweilig erscheinen, wo unbemerkt ein Transformationsprozess abläuft, wo es Qualitäten gibt, die man noch retten könnte.“

(c) Lex Karelly
Scroll down
  • (c) Alexandra Gschiel

  • (c) Alexandra Gschiel

  • (c) Alexandra Gschiel

  • (c) Alexandra Gschiel

  • (c) Alexandra Gschiel

  • (c) Georg Winter

  • (c) public works

  • (c) Johanna Lamprecht

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) transparadiso

  • (c) transparadiso

  • (c) transparadiso

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karell

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

  • (c) Lex Karelly

go topnach oben

Das Kulturjahr 2020 wurde unterstützt von: