Akademie Graz

Kultur inklusiv.
Kooperative Strategieentwicklung für best practice zu Inklusion im Kulturbereich in Graz

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Offen für alle

2016 begann die Akademie Graz mit der Lebenshilfe GUV an einer Ausstellung zu arbeiten. Die Erkenntnis damals: Ein künstlerisches Vorhaben klassisch aufzusetzen und erst in einem zweiten Schritt inklusiv zu gestalten, ergibt keinen Sinn. Stattdessen geht es darum, Zugänglichkeit von Anfang an mitzudenken. Für „Kultur inklusiv“, das Projekt für das Kulturjahr 2020, baute Astrid Kury von der Akademie Graz ein großes Netzwerk auf, um sich diesem Thema zu widmen. Insbesondere das InTaKT-Festival mit Christoph Kreinbucher-Bekerle, die Kunstuniversität Graz mit Anna Benedikt und die Lebenshilfe wurden zu zentralen Partner*innen.

Ziel ist es, Graz als inklusive Kulturstadt europaweit zu positionieren. Projektinhalt ist die Entwicklung einer partizipativen Strategie, um dieses Ziel zu erreichen. Das bedeutet konkret: Mehr Präsenz von Künstler*innen mit Beeinträchtigungen, besserer Zugang zu Kultureinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, Bewusstseinsbildung und inklusives Handeln im Kulturbereich, etwa Vermeidung unsichtbarer Barrieren, sowie verstärkte Kulturvermittlung durch und für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Nach Workshops und Gesprächsrunden entstand einerseits das „Magazin des guten Lebens“, andererseits der „Grazer Leitfaden für inklusive Kultur“. Und es wurde Künstler*innen wie Fatema Hamidi, die gehörlos ist, eine neue Plattform gegeben. „Menschen mit Beeinträchtigungen hatten endlich die Möglichkeit, in den Hauptrollen zu sein, an einem Kunstprojekt maßgeblich beteiligt zu sein. Das wäre dann auch der nächste Schritt, die Potenziale dieser Menschen stärker herauszuarbeiten“, sagt Christoph Kreinbucher-Bekerle von InTaKT.

Es gibt von Kultureinrichtungen zwar immer wieder Angebote für einzelne Gruppen, aber oft fehlt es an der Kommunikation. „Wenn man ewig nicht angesprochen wurde, durchforstet man das Programm nicht nach inklusiven Veranstaltungen“, betont Kury. Zuweilen sind die Handlungen auch noch nicht konsequent durchdacht. Ein Rollstuhlplatz allein ist etwa zu wenig, wenn man davon ausgeht, dass auch Rollstuhlfahrer*innen Kulturangebote gerne gemeinsam nutzen. „Die größte Barriere aber ist es, aufeinander zuzugehen, sich auf die Begegnung einzulassen“, fasst die Leiterin der Akademie Graz zusammen, „die Ausgrenzung ist gesellschaftlich ziemlich stark.“ Und sie betont: „Kultur ist ein soziales Erlebnis, das haben wir gerade in der Zeit der Pandemie erlebt.“

Die Kultur der Begegnung

Apropos: Durch die Verzögerungen aufgrund der äußeren Umstände ist das Programm sogar umfangreicher geworden. Manches wurde umdefiniert, so wurde aus dem geplanten „Zukunftstag“ ein Filmprojekt von Matthias Grasser und Matthias Ohner. Das aufgebaute Netzwerk wird weiter bestehen, die jährlich wechselnde Leitung liegt zu Beginn bei Sibylle Dienesch vom Graz Museum.

Das Kulturjahr war für unser Thema eine sehr gute Gelegenheit“, sagt Astrid Kury, „es gab Freiräume und finanzielle Möglichkeiten, um mit Inklusion die Routinen im Kulturbereich zu hinterfragen und manches grundlegend neu zu denken.“

Wie ist der Status quo in Graz? „Für unsere Fokusgruppe haben wir gezielt kulturinteressierte Menschen mit Beeinträchtigungen angesprochen. Erstaunlicherweise waren drei Viertel von ihnen noch nie in einer der großen Kultureinrichtungen in Graz. Teilweise fehlt es hier noch an Bewusstsein, wohl auch an einer konkreten Einladung“, meint Christoph Kreinbucher-Bekerle.

„Man muss aber auch sagen, dass es etliche Vereine und Personen gibt, die stark am Thema arbeiten. Dass etwa das Schloßbergmuseum dezidiert inklusiv entwickelt wurde. Wir würden es super finden, wenn Inklusion ein Grazer Kulturschwerpunkt werden könnte“, fasst Kury zusammen. Positive Beispiele findet man im Leitfaden der Initiative, der ebenso wie das „Magazin des guten Lebens“ nach wie vor erhältlich ist. In Print und im Web.

(c) Akademie Graz
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  • AkademieGraz-Leitfaden-Havva Cicek, Textilwerkstatt der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH © Akademie Graz

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Das Kulturjahr 2020 wurde unterstützt von: