Breathe Earth Collective

KLIMA-KULTUR-PAVILLON

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#Umwelt und Klima    Bildende Kunst Wissenschaft

Der Kulturwald in der Stadt

Das fünfköpfige Breath Earth Collective (kurz BEC) arbeitet seit 2013 an Klimafragen. 2015 sind Karlheinz Boiger, Lisa Maria Enzenhofer, Andreas Goritschnig, Markus Jeschaunig und Bernhard König mit einem Projekt auf der Expo in Mailand vertreten. Für das Kulturjahr stellt das Kollektiv Ende April 2021 einen Pavillon am Freiheitsplatz auf. Er ist aus wiederverwendbaren Holzelementen gefertigt, mit einer textilen Hülle ummantelt und bietet eine Grundfläche von rund 100 m2. 10 große Bäume, circa 140 kleine und mittlere Pflanzen sowie an die 600 Stauden und Gräser, Moose und Farne sorgen für ein einzigartiges Mikroklima. Sie alle werden nach ihrer Zeit im Pavillon an einem anderen Standort neu verpflanzt. Dazu gibt es ein sensorgesteuertes Bewässerungssystem, das für die sogenannte Evapotranspiration sorgt. Dem Raum wird Wärme entzogen, gefühlt ist es in diesem Wald mitten in der Stadt etliche Grad kühler.

Der Pavillon wird bald nach seiner Eröffnung auch zu einem Treffpunkt für verschiedene Initiativen rund um die Themen Kunst und Klimawandel. „Was mich begeistert hat, war etwa eine Gruppe rund um das TINT-Journal, die Science-Fiction-Storys entwickelt hat. Sie hat sich immer wieder bei uns getroffen und dann auch eine Lesung gemacht, zu der sehr viele Leute gekommen sind“, erzählt Lisa Maria Enzenhofer. „Mir hat auch gefallen, dass sich neben vielen Besucher*innen auch die  Students For Future den Pavillon angeeignet haben. Das ist genau unsere Botschaft: Wir brauchen solche neuen öffentlichen Orte in der Stadt“, fügt Andreas Goritschnig hinzu. Und weiter: „Wenn die Politik und die Gesellschaft verstehen, was für uns alle wirklich wirksam und wertvoll ist in der Klimakrise, dann stehen kommendes Jahr drei solche Pavillons in der Stadt. Wir werden sehen.“

Eigentlich ist nicht vorgesehen, dass die Menschen quer durch den Wald gehen, aber speziell die Kinder sind gar nicht aufzuhalten. Schon beim Eintreten merken sie, wie angenehm die Atmosphäre ist. Auch wenn Lisa Maria Enzenhofer nicht restlos glücklich ist mit der Umsetzung: „Wir hätten für die optimale Luftzirkulation noch Ventilatoren gebraucht, das wäre dann aber neben dem Budget auch eine Frage der Sicherheit gewesen. Für die Fassade hätte es intelligentere Textilien gegeben, die den Kühleffekt verstärkt hätten. Aber dafür konnten wir kein Sponsoring auftreiben.“

„Muss bleiben!“

Dennoch kann das Team mit der Resonanz mehr als zufrieden sein. Viele Menschen besuchten den Pavillon mehrmals. Gästebücher und eine Wand für Feedback zeugen davon. Eine Anekdote dazu erzählt Andreas Goritschnig: „Klimaschutzministerin Gewessler war bei uns und sie hat diese Wand besonders genau betrachtet. Da stand in schöner Schrift: ‚Weniger Scheiß kaufen! ‘ Da hat sie gesagt, genau daran würde sie gerade arbeiten – auch wenn sie dafür andere Worte finden würde.“

Was wäre in Sachen Klima und Umwelt noch wichtig in Graz? Lisa Maria Enzenhofer macht auf die schlechte Luftqualität in der Stadt aufmerksam: „Das wird immer so abgetan, als wäre es kein Problem mehr, aber das stimmt nicht. Ich würde mir außerdem wünschen, dass ich mich nicht mehr fürchten muss, wenn ich mit dem Rad fahre. Und die Verknüpfung mit dem Umland wäre wichtig. Weil dann der regionale Handel gestärkt wird und unser Fußabdruck in Sachen Ernährung kleiner wird.“ Andreas Goritschnig meint, dass Graz im Rückwärtsgang unterwegs sei, was den Wohnbau angeht: „Das, was gebaut wird, ist nicht das, was die Menschen brauchen. Wir reduzieren Wohnqualität auf Quadratmeter, da waren wir schon einmal weiter. Für eine Stadt, die Hunderte Architekt*innen beheimatet, ist das sehr traurig.“ Einig sind sich beide, dass der nächste Pavillon größer sein muss und am besten dauerhaft positioniert. Oder wie es ein Facebook-User in Dutzenden Kommentaren auf der Pavillon-Seite festhält: „Muss bleiben!“

(c) Breathe Earth Collective
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  • (c) Clara Wildberger

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Das Kulturjahr 2020 wurde unterstützt von: