Ludovico

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Gemeinsam statt einsam

Der Verein Ludovico fördert seit 35 Jahren die Spielkultur in all ihren Facetten. Da die österreichische Spielszene relativ wenig vernetzt ist, wollte man einen entsprechenden Austausch in der Steiermark und darüber hinaus vorantreiben. Die Programmatik des Kulturjahres passte dabei zu einer grundlegenden Überzeugung von Ludovico: Bürger*innenbeteiligung mit spielerischen Mitteln ist sehr gut geeignet, um sich mit dem öffentlichen Raum auseinanderzusetzen, das Leben in der Stadt zu erforschen, Planungsprozesse zu begleiten. Das „GameCamp“ sollte von Brettspielen über darstellende Spiele bis zu Videogames reichen. Das Ziel: neue Ideen entwickeln und die Wechselbeziehung zwischen dem Leben in der Stadt und dem Spielen erforschen.

Expert*innen aus der Szene, Illustrator*innen, Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen wurden eingeladen, um das Camp durchzuführen. „Und kaum war die Detailplanung abgeschlossen, ist es losgegangen mit der Pandemie“, erzählt Sarah Ulrych, Geschäftsführerin von Ludovico. Das Camp musste verschoben werden, manche Fachleute waren danach terminlich nicht mehr verfügbar. Dennoch konnten erfreulicherweise im Juni 2021 Workshops in Kooperation mit Ursula Hauszer vom Friedensbüro, Timo Staaks, Theaterpädagoge im Schauspielhaus Graz, Philipp Ehmann von Play:Vienna und dem Team von Ludovico stattfinden.

Spiel mit mir

Eine Gruppe von Anrainer*innen war am Karmeliterplatz aktiv, eine zweite in einer neuen Siedlung am Eggenberger Gürtel. Die Entwicklung eines Urban Game, eines Spiels im Freien, wurde begeistert aufgenommen. Dafür braucht man kaum Material, noch nicht einmal Sprachkenntnisse. Sarah Ulrych erzählt von einer Szene, die sie hautnah erlebt hat: „Wir haben mit so etwas wie ‚Zimmer-Küche-Kabinett‘ angefangen und das zu etwas ziemlich Wildem entwickelt. Auf einmal stand neben mir ein kleines Mädchen, das nicht Deutsch sprach. Ihre Mama hat sie gerufen, aber sie hat meine Hand genommen und wir haben das gemeinsam gespielt. Wir waren plötzlich eine Personalunion, auch wenn wir uns gar nicht sprachlich verständigen konnten. Das ist das Schöne am Spielen: Man kennt sich nicht und trotzdem funktioniert das.“

Spiele im öffentlichen Raum sind ein wenig in Vergessenheit geraten, dabei fördern gerade sie die Kreativität. Traditionelle Kinderspiele können ebenso abgewandelt werden wie Elemente aus Video-Games. Es kann aber auch etwas Neues entstehen. Die Spiele, die im Kulturjahr entwickelt wurden, werden von Ludovico in Hinkunft online und offline präsentiert, die Idee wird fortgeführt. Die starke Teilnahme am Eggenberger Gürtel motiviert Sarah Ulrych und ihr Team besonders: „Wir wollten zu Beginn erst nur die Begebenheiten anschauen und Spiele testen, da waren sofort 30 bis 40 Kinder da, die mitgemacht haben. Die wussten zwar nicht, dass es ein Kulturjahr gibt, aber sie waren gleich in das Projekt eingebunden, haben uns die Plätze gezeigt, die sie nutzen. Es braucht nicht viel, um die Aufmerksamkeit der Kinder von den Handys wegzubringen, sie zum Spielen zu bewegen. Da in der Siedlung der Umgang mit Müll ein Problem ist, haben wir den Kindern auch vermittelt, dass es wichtig ist, den Platz zum Spielen sauber zu halten.“

An sich sind Spielflächen im urbanen Siedlungsbau vorgeschrieben, Sarah Ulrych ist aber skeptisch, wie konsequent das in Graz umgesetzt wird. In der Siedlung am Eggenberger Gürtel etwa gibt es zwei Schaukeln und einen Balancierbalken. „Ich glaube ja nicht, dass man viele vorgegebene Elemente benötigt, aber man braucht Freiräume. Dafür sind dort viele überdachte Radplätze, die so gut wie niemand nutzt. Offenbar hat man in der Planung falsch eingeschätzt, welchen Bedarf die Menschen, die dort wohnen, haben werden.“ Es bräuchte, so die Expertin, außerdem ein regelmäßiges Angebot in Siedlungen wie diesen, um Bewohner*innen jeden Alters zum Spielen zu motivieren.

Das Wichtigste ist schließlich immer noch: jemand, der mitspielt.

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Das Kulturjahr 2020 wurde unterstützt von: