Grazer Kunstverein

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Übersiedlung in den Urwald

Kunst stellt vieles infrage, warum also nicht auch den eigenen Standort. So spielt das Team des Grazer Kunstvereins mit dem Gedanken des Auszugs – und realisiert diese Idee im Kulturjahr 2020. In den siebzehn Bezirken der Stadt beziehen Künstler*innen temporär neue Räume. Für jeden dieser Orte schafft Edward Clydesdale Thomson ein Werk. Diese sind anschließend in den angestammten Ausstellungsflächen in der Burggasse 4 zu sehen.

Der Grundgedanke: Kultur ist überall zu finden, auch außerhalb von Museen oder Theatern. Unterschiedliche Bezirke bedeuten auch: ein verschiedenartiges Publikum. Kultur niederschwellig anzubieten und die Hemmschwelle, die viele in puncto Kultur haben, zu reduzieren, war und ist ein wichtiges Vorhaben dieser Machbarkeitsstudie. Ein Ziel des Projekts: Das Publikum kann zu einer neuen Sichtweise auf kulturelle Produktionen gelangen, das eigene Blickfeld erweitern.

Bei einem verlassenen Liftschacht in Gösting gibt es eine Lesung von Fiston Mwanza Mujila mit Patrick Dunst und Grilli Pollheimer. In der Stadtbibliothek Zanklhof stellt Belinda Kazeem-Kamiński eine Leseliste zusammen, die den Kolonialismus und das Leben von Artists of Colour zum Thema hat. Für Andritz konzipiert Dennis McNulty eine Audiotour mit dem Titel „Sound Truthing“, die nach wie vor mit der App „Echoes“ zu erleben ist. In Mariatrost bezieht Anna Paul ein Badezimmer. Da wäre außerdem die Buschenschank im Bezirk Ries, wo Fiona Hallinan das Essen im kulturellen Kontext diskutiert. In den Garderoben des Fußballstadions in Liebenau verbindet Tai Shani Skulptur, Installation und Performance. Emma Wolf-Haugh präsentiert Kunst statt Werbung auf einer Plakatwand in Lend. Noch ein Beispiel zeigt die Bandbreite der 17 Aktivitäten: Lukas Meßner entwirft für den „Grazer Urwald“ am Messendorfberg in St. Peter eine Reihe von skulpturalen Arbeiten. Im Dickicht nicht leicht zu finden, doch die Suche lohnt sich.

Verzeihung, wem gehört dieser Lift?

„Es war erstaunlich, wie sich die Leute auf unsere Idee eingelassen haben“, sagt Tanja Gurke, Geschäftsleiterin des Grazer Kunstvereins. „Allerdings war es nicht immer einfach, einen geeigneten Ort zu finden, die Genehmigungen zu bekommen. Und dann fiel es manchmal sogar schwer, herauszufinden, wem dieser Platz gehört, etwa beim Aufzug in Gösting. Es war aufgrund der Dimensionen und der Rahmenbedingungen fordernd für uns, aber mit einem starken Team gelingt so ein Projekt. Wir sind wirklich reich an Erfahrungen.“

Da manche Aktivitäten nur mit beschränkter Publikumsanzahl stattfinden können, transferiert der Kunstverein das eine oder andere auch in den virtuellen Raum. Und vor allem: Es wird von der Agentur The Schubidu Quartet Videomaterial angefertigt, das auf der Website des Grazer Kunstvereins und auf Youtube zu sehen ist.

„Kultur an andere Orte zu bringen und ein anderes, neues Publikum anzusprechen ist bestimmt immer eine wichtige Aufgabe für eine Stadt, ein Land, eine Nation. Und so sollte auch Graz es sich vornehmen, Kultur ‚unter die Leute zu bringen‘, neu zu verorten, verfügbar und erreichbar zu machen und damit einen wesentlichen Beitrag für die Reputation vor Ort wie international, für die Bildung aller Gesellschaftsschichten und zur Bereicherung für uns alle zu leisten“, fasst Gurke ihre Sicht der Dinge zusammen.

Und wie steht es um eine ganz reale Suche nach einem anderen Standort? Tanja Gurke verweist auf die neue künstlerische Leitung des Kunstvereins, ohne die solche Entscheidungen nicht getroffen würden. Und darauf, dass die zentrale Lage, die gute Sichtbarkeit für die Burggasse sprechen würden: „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen. Es hat eine Zeit gedauert, bis wir uns an diesem Ort positioniert haben, aber mittlerweile ist hier ein kleiner Kunstcluster entstanden“, sagt sie.

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  • (c) Grazer Kunstverein

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  • (c) Edward Clydesdale Thomson

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Das Kulturjahr 2020 wurde unterstützt von: